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PARTNERSCHULE Das Verfahren PARTNERSCHULE ist eine Kombination aus dem Einzelgespräch mit einem Paar und der Beratung in und mit Gruppen. Diese wird entweder als Abendveranstaltung in vierzehntägigem Abstand in den Räumen der Beratungsstelle durchgeführt oder als Internatsveranstaltung in Kooperation mit Einrichtungen der Erwachsenenbildung eine Woche lang oder über mehrere Wochenenden verteilt. Maximal nehmen 9 Paare an einer Gruppe teil, manchmal auch Einzelpersonen, deren Partner eine Teilnahme ablehnt. Zentrales Anliegen der PARTNERSCHULE ist eine Verbesserung der konkreten Situation des einzelnen Paares. Sie sollen in ihren augenblicklichen Chaos wieder Wege zueinander finden können! Falls es doch zu einer Trennung oder Scheidung kommt, sollen sie so viel partnerschaftliches Miteinanderumgehen gelernt haben, dass sie mindestens als Eltern gut miteinander zusammenarbeiten können. Die Gruppenarbeit verläuft in einem ausgesprochen angenehmen und akzeptierenden Klima. Gruppenkonflikte und gruppendynamische Verstrickungen kommen so gut wie nie vor. Das hat zur Folge, dass nach Beendigung der ”offiziellen” Beratung die Ratsuchenden oft in Eigenverantwortung als Selbsthilfegruppe den einmal begonnen Prozess, ihre Ehe und Partnerschaft positiv zu gestalten, fortführen. (Netzwerk Partnerschule) Parallel zur Beratung wird eine Kinderbetreuung angeboten. Untersuchungen seit 1990 belegen, dass die Anwesenheit der Kinder für die Gesamtinteraktion in der Familie einen ausgesprochen heilsamen Effekt hat. Die Kinder fühlen sich in der Regel sehr wohl, spüren sie doch, dass ihre Eltern bei uns in guten Händen sind und sie sich nicht mehr darum kümmern müssen, dass ihre Eltern sich nicht streiten. Bei dem Basisseminar im Herbst 2003 schrieben dann auch die Kinder über ihren Gruppenraum: „Betreten verboten! Kinder haften nicht für ihre Eltern!“ Diese inhaltliche Aussage der Kinder in diesem Verbotsschild korrespondiert mit wissenschaftlichen Befunden in denen festgestellt wurde, dass Kinder ein kindbezogenes Setting katamnestisch zufriedener einschätzen als einen familienbezogenen Ansatz mit Familiengesprächen. Denn hier stehen die Aktivitäten der Kinder und die Zuwendung durch deren Gruppenleiter im Vordergrund und nicht die Probleme der Erwachsenen. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass dies positiver eingeschätzt wird als ein familienbezogenes Setting, bei dem das Reden im Mittelpunkt steht – auch dann, wenn versucht wird, in Familiensitzungen mit handlungsorientierten Methoden zu arbeiten. Die Anzahl der Kinder liegt je Seminar durchschnittlich bei 12 im Alter zwischen drei Monaten und 16 Jahren. Auf Grund der Bedeutung, die dieses Verfahren für das Miteinander in Ehe und Familie hat, wurde es 2000 als Modellprojekt im Rahmen der Aktion des Familienministeriums zur Gewaltprävention gewürdigt . Inhaltlich werden drei aufeinander aufbauende Typen der PARTNERSCHULE angeboten. Durchgehende Elemente aller drei sind: bewegungsorientierte Übungen (eine Art von Gymnastik, bezogen auf die jeweiligen inhaltlichen Themen), Übungen, die das partnerschaftliche Miteinanderumgehen fördern und Reflexionen, die einladen, das Geschehen in der Gruppe mitzusteuern. · Das Basisseminar: “Anleitung zur Selbsthilfe” (mit insgesamt 40 - 60 Stunden): In dieser geht es insbesondere um die Themen: Was für ein Paar sind wir? Welche Schwächen, welche Stärken zeichnen uns aus? Welche Beziehungserfahrungen bringt jeder von beiden mit in die Partnerschaft? Welche Ideen hat jeder von einer Ehe, einem partnerschaftlichen Zusammenleben? Welche Ziele setzen wir uns als Paar? · Ein aufbauendes Seminar: “Lebendigkeit, Sexualität und Sinnlichkeit” (an drei über einen Zeitraum von sechs Monaten verteilten Wochenenden): Es gliedert sich in drei Sequenzen. Bei der ersten wird ein wohlwollender Blick auf den eigenen Körper als den Ausgangspunkt der Sexualität geübt. In der zweiten stehen das Gespräch über Sexualität und die Bedeutung von Träumen und Phantasien als Wegweiser lebendiger Sexualität im Mittelpunkt. Im letzten Abschnitt geht es um die Integration der gegengeschlechtlichen Anteile, basierend auf der Idee, dass in jedem Mann Weibliches und in jeder Frau Männliches lebt. “Paarkibbuz” : Training von Autonomie und Zweisamkeit (vierzehn Tage): Beim Paarkibbuz handelt es sich um ein paar- und familientherapeutisches Seminar, das aufgrund seiner Rahmenbedingungen den Teilnehmern intensive Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten bietet. In der Regel haben die Teilnehmer bereits vorher an einem Basis Seminar teilgenommen. ”Offizielle” therapeutische Arbeit wechselt hier mit der Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern gemeinsam Zeit zu verbringen und zu gestalten, aber auch sich allein für sich selbst zurückzuziehen. Dienste am Gemeinschaftsleben wie Spülen oder Getränkedienst werden abwechselnd wahrgenommen. Jeder ist an den Abenden eingeladen, sich mit seinen Fähigkeiten und Künsten in die Gruppe einzubringen. - Seit 1990 werden die Auswirkungen auf die beteiligten Paare wissenschaftlich erforscht. Die Ergebnisse finden Sie 2002 in einem Aufsatz zur Effektivität . Ratsuchende finden ein beratungsbegleitendes Buch, das auf den Grundlagen der Partnerschule aufbaut. Zwei sind ihres Glückes Schmied Junfermann Verlag 1998 Ausführlich beschrieben wird das Verfahren in dem Buch: Partnerschule.... damit Beziehungen gelingen! Junfermann Verlag 2000 Auf Wunsch schicke ich Ihnen gerne das aktuelle Seminarprogramm der Beratungsstelle per E-Mail zu. Anfrage unter Dr.Sanders@partnerschule.de |