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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Die Psychologie sexueller Leidenschaft

Buch von David Schnarch

Waren es noch vor 30 Jahren sexuelle Funktionsstörungen, die den Schwerpunkt der Sexualberatung ausmachten so hat sich nun ein anderes Phänomen eingestellt: Lustlosigkeit.

Der Veränderung dieser widmet sich der Autor auf einem revolutionären Wege. Statt Streichelübungen steht hier zur Entwicklung des Begehrens und des Begehrtwerdens etwas anderes im Mittelpunkt:

Die Entwicklung der Persönlichkeit des Einzelnen.

Ausgehend davon, dass niemand zu Beginn einer Paarbeziehung beziehungsfähig ist, sondern dieses erst in der Beziehung selbst wird,
stellt Schnarch die Differenzierung in den Mittelpunkt.

Ziel dieser ist es, zwei elementare Lebenskräfte in Einklang zu bringen, das Bedürfnis nach Individualität und das Bedürfnis nach dem Miteinander. Wenn diese beiden Bedürfnisse in ausgewogener, gesunder Weise Ausdruck finden, kann eine sinnerfüllte zwischenmenschliche Beziehungen entstehen, die nicht in eine emotionale Verschmelzung umschlägt.

„Differenzierung ist Ihre Fähigkeit, im ihren emotionalen und/oder körperlichen Kontakt zu anderen ein stabiles Selbstgefühl zu wahren - insbesondere wenn diese anderen Ihnen immer wichtiger werden. Differenzierung versetzt Sie in die Lage, den eigenen Kurs selbst dann zu halten, wenn der Partner, Freunde und Familienmitglieder Druck auf Sie ausüben, damit sie einlenken und mit ihnen konform gehen. Menschen, die in ihrer Differenzierung weit fortgeschritten sind, können mit anderen einig sein, ohne das Gefühl zu haben, sich zu verlieren, und anderer Meinung sein, ohne sich dabei isoliert oder getrennt zu fühlen. Sie können mit Menschen, die andere Vorstellungen haben als sie, verbunden bleiben und dennoch genau wissen, wer sie sind. Sie brauchen sich, um ihrem Selbstgefühl treu bleiben zu können, einer solchen Situation nicht zu entziehen.(Seite 66)

Einen ganz ähnlichen Ansatz, verfolgt Rudolf Sanders mit der Partnerschule. Hier ist allerdings nicht die sexueller Leidenschaft im Mittelpunkt, sondern die Gestaltung des alltäglichen Miteinanders, bei der die Sexualität des Paares eine Fassette der Beziehung neben anderen ist.

„Bei Paaren, die in ihrer Interaktion gestört sind, fällt oft stark auf, dass die Partner sich insbesondere in ihrer affektiven Befindlichkeit als voneinander abhängig erweisen. Dem Einzelnen geht es schlecht, er fühlt sich verunsichert, empfindet Wut etc., weil der Partner so guckt, wie er guckt, weil der Partner mit einer bestimmten Stimmlage redet.... Der Einzelne macht also seine emotionale Verfassung und damit letztlich sein Selbstbild abhängig von möglichen Verhaltensweisen des Partners. In dieser Sichtweise braucht man nicht mehr auf die eigene Person zu schauen, sondern kann den Partner einerseits für das eigene Glück, andererseits aber auch für die eigene Misere verantwortlich machen. 

Diese gegenseitige emotionale Abhängigkeit wird in der Diagnostik sichtbar, wenn Partner sich als Tonfigur darstellen und keine getrennten Personen formen, sondern zwei miteinander verbundene, oftmals umschlungene oder aneinander gelehnte, sich stützende Figuren. 

Demgegenüber muss ausdrücklich davon ausgegangen werden, dass selbst bei liebevollstem Miteinander der Andere letztendlich fremd bleibt (Adorno 1973), so dass auch der Partner von der Differenz her betrachtet wird: der, die, das “Andere” ist die radikale Differenz (Levinas 1992). Denn Verbundenheit und Begegnung im Paar sind nicht zu lösen vom Gedanken der Freiheit des Anderen, und die Wechselseitigkeit des Miteinanders ist nicht zu trennen von einer rigorosen Achtung vor der Andersheit des Anderen. 

Folglich ist es ein zentrales Anliegen der Partnerschule, den Weg der Betroffenen zu höchstmöglicher Autonomie zu fördern. Sie sollen autonome Partner werden, sollen lernen, zunächst einmal für ihr Glück selbst verantwortlich zu sein, und in die Lage kommen, ihre eigenen Probleme nicht an den Partner zu delegieren, sondern sie, ganz im Sinne eines Selbstmanagements (Kanfer et al. 1996), selbst zu lösen. Entscheidend im Rahmen der Paartherapie ist es, dass solches Selbstmanagement im "Angesicht des Anderen" eingeübt wird, weil es ja gerade zu lernen gilt, in dessen Anwesenheit  für sich selbst autonome Regelungen zu treffen und ihn nicht für die eigenen Probleme, Stimmungen etc. verantwortlich zu machen. Der Einzelne im Paar ist dabei herausgefordert, im Angesicht des Anderen immer mehr er oder sie selbst zu werden. (Sanders 2006, Seite 53 – 54). 

In einer den Leser packenden und mit vielen Fallbeispielen anschaulich gemachten Sprache wird dieser mitgenommen, seine eigene bisherige Differenzierung, seine Autonomie als Partner, zu reflektieren. Gerade langjährige Paare inspiriert David Schnarch zu neuem erotischem Wachstum.


Gebunden: 511 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 5. Auflage (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608941614
ISBN-13: 978-3608941616
Preis: € 29,50

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