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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen.
Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe- und Familienberatung

Buchbesprechung

Barbara Meier, Blickpunkt EFL 1/2007:

„Das Leben eines Paares ist vergleichbar mit einem Fluss, der viele Stromschnellen, Sandbänke, landschaftlich idyllische und gefährliche Ruheplätze hat... Die zentrale Aufgabe des Paares besteht darin, auf diesem Fluss sein Boot, mit der dazugehörigen Besatzung, sicher und geschickt zu steuern.“ Mit diesem Bild beschreibt Dr. Rudolf Sanders, der Autor des Buches „Beziehungsprobleme verstehen, Partnerschaft lernen“, die Herausforderung, vor der Paare im Alltag stehen. Und dass es da manchmal an handwerklichem Geschick, an Kooperationsfähigkeit und der nötigen Verlässlichkeit mangelt, zumal bei „hartem Wetter“, weiß jeder, der in der EFL Beratung tätig ist.

Vor diesem Hintergrund - Rudolf Sanders ist EFL Berater, Leiter der kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen in Hagen und Iserlohn – entwickelte der Autor seit 1990 das Verfahren „Partnerschule“, dessen Ziel es ist, Partnern die nötige Beziehungskompetenz zu vermitteln, damit ihre Partnerschaft gelingt und sie ihrer Rolle als Eltern gerecht werden. Dabei vertritt er einen eindeutigen Standpunkt: „Angesichts der dramatischen Folgen von Trennung und Scheidung für die Betroffenen selbst und insbesondere für deren Kinder habe ich mich entschieden, alles, was die wissenschaftliche Forschung an Erkenntnissen zur Verfügung stellt zu nutzen, um eine Ehe zu stabilisieren und zu sanieren“ (S. 18). Mit seinem neuen Buch stellt Sanders seine Erfahrungen der Öffentlichkeit vor.

Das Buch gliedert sich in drei voneinander unabhängige Teile. Der erste „Ausgangslage und Hintergründe“ spannt einen weiten theoretischen Bogen von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Ehe heute über die Wünsche und Erwartungen der Ratsuchenden bis hin zum „Lernziel Beziehungskompentenz“. Vorher macht es einen Ausflug zu der Art und Weise, wie Beziehungserfahrungen unsere Gene steuern, beleuchtet die Geschichte der Ehe bis zum heutigen Modell der Partnerschaft zwischen Mann und Frau sowie die Rahmenbedingungen für das Gedeihen von Liebe. Ein Kapitel beschäftigt sich aus grundlagenwissenschaftlicher Sicht mit Störungen der Kommunikation und Interaktion, basierend insbesondere auf den Arbeiten von Grawe, der den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema zusammengetragen hat. Dann nochmals Grawe und die Ergebnisse seiner psychotherapeutischen Wirksamkeitsstudien als „Wegweiser“ für Paarberatung, wie sie in der Partnerschule umgesetzt werden, dazu eine Fülle von Erkenntnissen der Säuglingsforschung und der neurobiologischen Forschung.

Insgesamt ist dieser erste Teil eine Fundgrube unterschiedlichster Informationen rund um das Thema Paar und Paarberatung. Die kurze Zusammenfassung am Ende jedes Unterkapitels fokussiert auf die Kernaussagen und erleichtert dadurch die Orientierung beim Lesen.

Kommen wir zum zweiten Teil des Buches: „Partnerschule in der Praxis“. Das Verfahren Partnerschule ist eine Kombination aus dem Einzelgespräch mit einem Paar und der Beratung in Gruppen. Diese wird entweder als Abendveranstaltung in vierzehntägigem Abstand in den Räumen der Beratungsstelle durchgeführt oder als Internatsveranstaltung in Kooperation mit Einrichtungen der Erwachsenenbildung eine Woche lang oder über mehrere Wochenenden verteilt.

Der besondere Reiz dieses Teils liegt darin, dass Sanders hier den Ablauf der Seminare und aller Übungen und Fantasiereisen minutiös beschreibt. Hier kann sich jede Kollegin und jeder Kollege direkt Anregungen für die eigene Praxis holen. Erlebnisaktivierende Übungen und Reflexionsphasen wechseln einander ab. Übungen, um das verletzte Kind von damals abzuholen und zu heilen, und Wahrnehmungsübungen, um heutige Übertragungen in der Partnerschaft aufzulösen, werden ebenso vorgestellt wie Übungen zu Autonomie und Zweisamkeit.

Das Aufbauseminar „Kleine Schule der Genussfähigkeit – Lebendigkeit, Sinnlichkeit und Sexualität“ widmet sich einem zentralen Anliegen der Paare. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung von Genussfähigkeit miteinander und damit auch auf der sexuellen Kommunikation.

Der dritte Teil des Buches „Evaluation“ wurde von Frau Dr. Christine Kröger verfasst und informiert über verschiedene Forschungsbefunde zur Wirksamkeit der Partnerschule, die kurzfristig der Eheberatung im Allgemeinen entspricht, mittel- und langfristig aber überlegen zu sein scheint.

Einerseits scheint dies eine Folge der relativ hohen Stundenzahl zu sein, die langfristige und anhaltende Veränderungsprozesse begünstigt. Andererseits wird dies direkt mit dem Gruppensetting in Verbindung gebracht, das heilsame Kräfte entfaltet: Die Gruppenmitglieder geben sich gegenseitig Halt und Unterstützung, manchmal auch wichtige Hinweise, die entscheidende Impulse für die persönliche und partnerschaftliche Weiterentwicklung vermitteln können. Auch die Erfahrung, dass andere Paare mit ähnlichen Konflikten und Problemen zu kämpfen haben, spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Dies führte dazu, dass ehemalige Ratsuchende einen gemeinnützigen Förderverein („Netzwerk Partnerschule“) gegründet haben, um die Kontakte weiterhin zu pflegen und die neugewonnenen Problemlösefähigkeiten im Alltag einzuüben.

Wie liest sich das Buch? Es ist klar strukturiert aufgebaut, und je nach Interessenlage lassen sich die Kapitel auch einzeln lesen. Insgesamt atmet das Buch die Atmosphäre, die in den Seminaren vermittelt wird: Hoffnung, Mut, Zuversicht, Zutrauen, Wohlwollen und Freude.

Denn ein Zitat von Klaus Grawe aus seinem Buch „Neuropsychotherapie“ ist der Leitgedanke des ganzen Buches: „Etwas Positives hinmachen ist für den Therapieerfolg wichtiger als etwas Negatives weg machen!“

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