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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen.
Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe- und Familienberatung

Buchbesprechung

Dr. Notker Klann , Beratung Aktuell:

Unter fachlichen Gesichtspunkten ist die Ehe-, Familien- und Lebensberatung von den unterschiedlichsten Therapie- und Beratungsschulen, Sichtweisen und persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit Klienten geprägt.

Mit dieser Publikation legt ein Kollege seine über 15 Jahre zusammengetragenen Einsichten und die damit gemachten Erfahrungen in der Kooperation mit Ratsuchenden vor. Er stellt sich und den von ihm vertretenen Ansatz damit zur Diskussion.

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zu vergleichbaren Veröffentlichungen sind in diesem Fall:

a.) der Autor hat sein Vorgehen kontinuierlich evaluiert [über 10 Jahre] und
b.) er verbindet mit der Veröffentlichung die Hoffnung, dass sich die Vorgehensweise „Partnerschule“ in den nächsten Jahren durch das engagierte Mittun von Kolleginnen und Kollegen als auch durch die Rückmeldungen von Ratsuchenden weiter entwickeln wird.

Dabei ist seine Vision, dass sich dies auf ähnlichem Weg realisieren lässt, wie es beispielsweise bei dem PC-Betriebssystem Linux gelungen ist: Der Quellcode liegt als "open source" durch diese Veröffentlichung vor, die Anwender nutzen ihn und stellen ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge wiederum der Gemeinschaft der Interessierten zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund stellt dieses Buch in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar.

Da insbesondere Kolleginnen und Kollegen angesprochen sind und diese den Text aus ihrer persönlichen, fachlichen und erfahrungsmäßigen Position lesen, wird es unmittelbar zu Relativierungen, Ablehnung und/oder Zustimmung bei den einzelnen Textpassagen kommen. Um nun diesem Auseinandersetzungsprozess beim Lesen eine Struktur zu geben, wäre es hilfreich, wenn zunächst das letzte Kapitel (Kap. 17. Evaluation S. 256-268) überlesen würde. Hier werden die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt. Neben anderen wichtigen Befunden ist zu erwähnen, dass sich bei der Nachuntersuchung (sechs Monate nach Abschluss der Beratung) die dann festgestellten Effekte noch deutlich verbessert hatten. Damit liegt eine wichtige Aussage für die Einschätzung des Konzeptes vor. Es stellt sich die Frage, wie dies möglich bzw. erreicht wurde. Somit kann man den Text wenigstens aus drei Perspektiven studieren (Leser des Buches, Autor des Buches, Ergebnisse der Beratungsbegleitenden Forschung), da die empirischen Befunden dazu noch keine differenzierten Aussagen machen.

Der Arbeitsansatz "Partnerschule" ist ein fachlicher und persönlicher Antwortversuch auf unterschiedliche Herausforderungen und Defizite wie sie dem Autor im Beratungsalltag begegnen. Er zieht daraus seine Konsequenzen und legt das Ergebnis seiner Überlegungen vor. Bisweilen stellt sich der Eindruck ein, dass damit auch eine radikale Veränderung der bisherigen Arbeitsweise in diesem Bereich verbunden sein müsste. In jedem Fall bedarf es einer grundlegenden Bestandsaufnahme und gewichtiger Begründungen, wenn man nach dem Lesen des Buches alles so weiter macht wie bisher.

Das Buch gliedert sich in Themenbereiche, die die Grundlagen und die Literaturquellen offen legen, die zur Etablierung der "Partnerschule" geführt haben. Außerdem werden die Elemente der "Partnerschule" so ausführlich dargestellt, dass Sie für die eigene Arbeit übernommen werden könnten. Damit werden alle Möglichkeiten eröffnet, selbst mit diesem Ansatz Erfahrungen zu machen um dann in den erwünschten Erfahrungsaustausch eintreten zu können. Zusammengefasst werden folgende Felder behandelt:

a.) Als Mitverantwortlich für viele Schwierigkeiten in Ehe, Partnerschaft und Familie werden die schnellen Veränderungen auf den unterschiedlichsten Ebene (Wertewandel, Gesellschaft, Arbeitswelt...) gesehen. Nicht selten werden die partnerschaftliche Beziehung und damit häufig auch die Kinder zum "Opfer".

b.) Auf den verschiedensten wissenschaftliche Feldern liegen inzwischen Erkenntnisse vor, die bei Arbeit mit den Klienten nicht mehr vernachlässigt werden können, wenn man keine Kunstfehler machen möchte.

c.) Als strukturierender Ansatz für die unterschiedlichen Erkenntnisse wird das Modell von Grawe gewählt. Somit finden die Erkenntnisse aus der Therapieforschung in diesem Ansatz, so weit wie nötig, ihre Berücksichtigung.

d.) Die Erwartungen und Wünsche der Ratsuchende an das Beratungsangebot und die Gesellschaft werden als weiterer Orientierungspunkt für das Angebot einbezogen.

e.) Die drei Module der "Partnerschule" werden ausführlich dargestellt.

f.) Das Elternprogramm "Triple P" als ergänzendes Element für die "Partnerschule" wird verdeutlicht.

g.) Die Schritte der Diagnostik und der Evaluation mit ihren Ergebnissen werden dargestellt.

Sanders sieht in diesem Ansatz eine Antwort auf die Bedürfnisse von Ehe und Familie in dieser Zeit. Da die Arbeitsweise als "offen" beschrieben werden kann, sind alle empirisch begründeten Beiträge willkommen.

Die "Partnerschule" ist auf Vernetzung angelegt und unterstützt und fördert deshalb Selbsthilfe- Bemühungen und pflegt intensiven Kontakt zu kommunalen- und kirchlichen Gemeinden.

Die "Partnerschule" ist das Ergebnis persönlicher Bemühungen, sich den Anforderungen an die Ehe- und Familienberatung zu stellen. Dazu werden die Literatur, persönliche Erfahrungen, eigene Visionen und weltanschauliche Aspekte einbezogen. Das Ergebnis der Evaluation ist herausragend. Diese wurde von einer unbeteiligten Fachkraft, Dr. Christine Kröger, vorgenommen, die auch das entsprechende Kapitel in dem Buch verfasst hat. Gerade weil es in diesem Konzept unterschiedliche Zugänge und Arbeitsweisen gibt, die begründet integriert wurden, ist eine differenziertere Analyse notwendig. So kann geprüft werden, ob die aus theoretischen Erwägungen Übernommenen Arbeitselemente in die Module auch wirklich das leisten, was man von ihnen erwartet.

Unabhängig bleibt die Frage: welche Position nehme ich als Tätiger in einer Beratungsstelle zu diesen Ergebnissen ein? Es ist kaum zu erwarten, dass einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Beratung allein darauf eine Antwort geben können. Aber allen Mitgliedern eines Teams einer Beratungsstelle sei dieses Buch zu Lektüre empfohlen, um dann eine eigene Standortbestimmung vornehmen zu können.

Mit diesem Buch liegt auf dem Entwicklungsweg der Ehe-, Familienberatung eine Wegmarke vor, die einlädt und herausfordert.

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