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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen.
Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe- und Familienberatung

Buchbesprechung

Rosemarie Carlhoff-Albers, Evangelische Fachkonferenz für EFL:

Rudolf Sanders kommt aus der Erwachsenenbildung, ist Eheberater und Leiter der katholischen Beratungsstelle in Hagen und Iserlohn. Er kennt die Fragen und Beziehungskrisen von Menschen. Da Beziehungen lebenslange Lernprozesse sind – so Sanders - müssten viel mehr Menschen in der Lage sein, das „Beste“ aus einer Partnerschaft herauszuholen.

Das Potential ist vorhanden, doch wie kommt man an all das, was sich noch im „Verborgenen“ befindet und sich entwickeln will? Sanders ist überzeugt, dass in den Ressourcen der Paare selbst ein wichtiges Potential zur Klärung und Bewältigung der Interaktions- und Kommunikationsprobleme liegt.

Sanders nennt sein Paargruppenmodell „Partnerschule“, und er meint es ganz wörtlich: Wissen wird gelernt, Informationen werden übermittelt, Wahrnehmungen geübt und durch unterschiedlichste Methodenvielfalt vertieft.

In ersten Teil seines Buches übermittelt Sanders -sehr ausführlich (150 S.) - die theoretischen Grundlagen seiner Arbeit und seiner Konzeption. Er schreibt über den gesellschaftlichen Wertewandel der Ehe und schildert die veränderten Voraussetzungen für Partnerschaften im Laufe der Geschichte. Das „Lernziel“ aller Anstrengungen aber heißt: Beziehungskompetenz. Dieses Ziel ist nur „erfahrungsorientiert“ zu erreichen, was in der „Partnerschule“ geübt wird. So kann gelernt werden, „sich in Beziehungen angemessen und kompetent zu verhalten“ und die hohe Kunst des Sich-Öffnens zu üben: entspannen, Gefühle ausdrücken, sich anvertrauen, sich hingeben, sich fallen lassen, Aggressionen gestalten und sich einfühlen.

Im zweiten Teil des Buches wird Sanders konkret: Partnerschule in der Praxis. Nach dem Erstkontakt und der Bereitschaft, sich gemeinsam auf den paartherapeutischen Prozeß einzulassen, müssen die Klienten einige Fragebögen ausfüllen. Es wird nach der Philosophie der Ehe gefragt, wie Partnerschaft und Familie eingeschätzt werden, welche Konflikte es bei der Kindererziehung gibt, wie die Rollenorientierung funktioniert, ob es sexuelle Probleme gibt; und es wird ein Paarinterview zur Beziehungsgeschichte durchgeführt. Die „Fragebogenbatterie“ und das Interview dienen der Erstdiagnostik und einer Katamnese. Die Partnerschule hat drei, in sich abgeschlossene Module: Das „Basisseminar“, das „Kleine Genußtraining“, und den „Paarkibbuz“.

Das „Basisseminar“ erstreckt sich über fünf bis sieben Tage oder wird auf zehn Abende verteilt. Es folgt eine genaue Beschreibung des „Basisseminars“ als eine Folge von sieben Tagen: Es beginnt mit dem Tag der Anreise und des Ankommens; in dieser Aufwärm- und Kennenlernphase kann beispielsweise eine Phantasiereise stattfinden. Zur diagnostischen Klärung folgt am zweiten Tag eine Darstellung der derzeitigen Paarbeziehung: Nach einer „hypnoiden Trance“ formen die Teilnehmer bei geschlossenen Augen aus einem Klumpen Ton eine Paargestalt. Danach werden die Tonplastiken vorgestellt und in der Gruppe interpretiert, nicht „konkurrierend, ironisierend oder moralisierend, sondern einfühlsam, wohlwollend, akzeptierend und von der eigenen Betroffenheit erzählend“. Eine meditative Paarübung lässt den Tag ausklingen.

Die weiteren Tage dienen der Reflektion über die Tonfigur und der Gestaltung einer Kindheitserinnerung... Allen Tagen sind Anregungen und Übungen zugeordnet, die den Fragen dieses Seminars „auf den Grund gehen“: Was für ein Paar sind wir? Welche Schwächen und Stärken zeichnen uns aus? Welche Beziehungserfahrungen bringt jeder in die Partnerschaft mit?

In gleicher Weise verfährt Sanders mit den beiden weiteren Seminarmodulen. In dem dritten Teil enthält das Buch die Evaluation von bisher durchgeführten Seminaren hinsichtlich der Zufriedenheit der Teilnehmer.

Sanders „Partnerschule“ erzeugt ein wohlwollendes Gruppenklima, in dem das einzelne Paar immer wieder im Vordergrund steht. Sanders hält die Therapie in Gruppen als die am besten geeignetste, Veränderungen des zwischenmenschlichen Erlebens und Verhaltens herbeizuführen. Sein Buch ist eine Fundgrube mit vielfältigen, praktischen Anleitungen für Partnerübungen, themenorientierte Phantasiereisen, Trancen und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten.

Zusammen mit einem Kollegen habe ich eine erste, gelungene Erfahrung mit dem Basisseminar „Partnerschule“ gemacht. Allerdings brauchen nach meinen Erfahrungen manche Paare –vor oder nach der Paargruppe- weitere Therapieangebote.

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