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Positives Erziehungsprogramm Triple-P: Seminartermine

Triple P (Positive Parenting Program, Positives Erziehungsprogramm) ist ein hauptsächlich präventives Programm zur Unterstützung von Familien und Eltern bei der Kindererziehung. Es besteht aus gestuften Interventionen auf fünf Ebenen, die von ausschließlicher Information und Selbstanleitungsprogrammen über Gruppentrainings für Eltern bis zu intensiver Familientherapie reichen. Ziel des Positiven Erziehungsprogramms ist es, Eltern Anregungen zu geben, die ihnen helfen können, eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen und es bei seiner Entwicklung zu unterstützen. Der Ansatz stützt sich auf den augenblicklichen klinisch-psychologischen Wissensstand, ist international anerkannt und wurde bereits von vielen Eltern als hilfreich empfunden.

Wenn Sie an einem Triple-P Seminar teilnehmen möchten, entnehmen Sie den Termin dem Seminar Programm

Nach dem Seminar besteht die Möglichkeit in vier Telefongesprächen im wöchentlichen Abstand mit einem Trainer die gelernten Prinzipien auf die je eigene Familiensituation hin zu überprüfen und übertragen.


So berichtet eine Teilnehmerin vom Triple-P Seminar:

Aus Beratung Aktuell 1- 2006
(www.beratung-aktuell.de) Junfermann Verlag Paderborn

Tatjana Block

Unser schönstes Weihnachtsgeschenk

Ein Erfahrungsbericht mit dem Elternprogramm Triple P


1) Verzweiflung machte sich breit

Unser schönstes Weihnachtsgeschenk haben wir uns selber gemacht, als mein Mann und ich uns entschlossen haben im November 2005 an einem Triple P-Kurs teilzunehmen. Unsere Weihnachtsgeschenke waren Ruhe, Klarheit und Harmonie. Es kam dazu, weil ich dringend Hilfe brauchte, um die völlig eskalierte Situation zu Hause wieder unter Kontrolle zu bekommen. Da ich den ganzen Tag zu Hause bin, empfand ich alles auch viel schlimmer als mein Mann. Unsere beiden Söhne Simon (4 ¼ J) und Armin (1 ½ J) hatten mich ziemlich gut im Griff. Simon stellte das größere Problem dar, weil er sich permanent auf stur stellte. Sobald ein Termin eingehalten werden musste, boykottierte er alles und raubte mir den letzten Nerv. Es endete immer mit Geschrei, vielen Drohungen, Verboten und Tränen (auf beiden Seiten). Ich hatte abends schon Angst vor dem nächsten Tag. Ich habe Simon kurz nach sieben Uhr geweckt, damit er um neun Uhr pünktlich im Kindergarten war. Simon befolgte keine Anweisungen ohne Gegenforderungen zu stellen oder eine Bedingung daran zu knüpfen. Ein Beispiel: Ich: "Simon zieh dir deine Schuhe an!"Simon: "Mama das mache ich nur, wenn du mir den rechten Schuh anziehst". Ich "Nein, du ziehst dir beide Schuhe alleine an!" Es folgte ein riesiges Geschrei und Simon machte gar nichts mehr. Wenn die Schuhe dann an waren, kam dann häufig noch: "Dafür ziehst du mir aber dann die Jacke an!" Was mir schnell klar wurde war, dass ich meine Reaktion auf Simons Verhalten ändern musste. Nur so konnte es eine Chance geben, das nächste Gebrüll zu vermeiden. Aber wie?


2) Der Weg in die Familienberatung - der Triple P Kurs

So machte ich einen Termin bei der Ehe und Familienberatungsstelle Iserlohn. Nach nur vierzig Minuten zog die freundliche Beraterin eine sehr zutreffende Bilanz unserer Probleme. Dann sagte sie sehr zuversichtlich: "Sie brauchen einen Triple P Kurs und der größte Teil ihrer Probleme erledigt sich bald. Und so war es dann tatsächlich auch. Nicht, dass der Weg leicht war aber es war der richtige! Das wurde uns schon am ersten Tag sehr deutlich. Mein Mann und ich haben uns sehr genau abgesprochen, was wir an Neuerungen einführen wollen. Es ist so wichtig an einem Strang zu ziehen, sich gegenseitig zu stärken und auch zu korrigieren. Mit dem Loben und positiven Verstärken von Simons Verhalten hatten wir den durchschlagenden Erfolg. Unserem Kind blieb der Mund offen
stehen vor Erstaunen. Nach nur drei Tagen fing auch Simon an, uns zu loben. So sagte er zu mir: Das finde ich aber toll, das du mir etwas zu trinken gebracht hast. Nun stand mein Mund offen! Es wurde viel fröhlicher und ruhiger bei uns. Wir haben auch weitere Strategien angewendet, wie Fragen Sagen Tun und beiläufiges Lernen. Letzteres hat uns schon viele intensive und tolle Gespräche beschert. Ich war nicht selten über das gute Gedächtnis und das schon vorhandene Wissen meines Sohnes überrascht. Auch die Punktekarte ist bei Simon sehr beliebt.


3) Bewährungsprobe – Der Stille Stuhl und die Auszeit

Ein schwerer Brocken war die Einführung des Stillen Stuhls und der Auszeit. Ich möchte gerne unsere härteste Auszeit – Situation schildern. Simon schleuderte mir vor dem zu Bett gehen seinen Pulli vor die Füße. Ich wies ihn an, den Pulli aufzuheben. Nach fünf Sekunden wiederholte ich die Anweisung. Da nichts geschah, führte ich Simon zum Stillen Stuhl mit den passenden Worten. Simon hat getobt. So brachte ich ihn ins Bad in die Auszeit. Erst noch mit offener Tür, dann mit geschlossener und zu letzt mit abgeschlossener Tür. Es tat mir sehr leid, zum Glück war mein Mann da und wir konnten gemeinsam mit der Uhr vor dem abgeschlossenen Bad sitzen. Simon wurde still, weil er total erschöpft war. Ich holte ihn aus dem Bad und gab ihm die Anweisung den Pulli aufzuheben. Er hob ihn ohne ein weiteres Wort auf. Dies war bis heute Simons letzte Auszeit. Heute Nachmittag saß er noch auf dem Stillen Stuhl und lachte tonlos in sich hinein. Für mich ist der Stille Stuhl auch eine gute Übung, weil ich danach ja nicht mehr über den Vorfall sprechen darf. Das fällt mir manchmal recht schwer. Sehr motiviert habe ich den Stillen Stuhl dann auch bei Armin eingeführt. Es handelt sich hierbei um sein leer geräumtes Bett. Ich lasse Armin für 25 sek. auf dem Stillen Stuhl, das klappt super. Als erstes habe ich ihm das Treten beim Wickeln abgewöhnt. Er war fünfmal hintereinander auf dem Stillen Stuhl. Wenn jetzt jemand zu Armin sagt: "Halte deine Füße still!" sind die Beine ruhig. Meine Erfahrung zeigt, dass der Kleine immer mehrmals in direkter Folge auf den Stillen Stuhl muss, dann hat er es aber richtig verstanden. Für Armin ist das gesamte Konzept leichter umzusetzen, da er nichts anderes kennen gelernt hat.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass es auch dem Ehepartner sehr gut bekommt, wenn er mal gelobt wird. So kamen wir also zu sehr friedlichen Weihnachtstagen und blicken voller Freude auf ein Neues Jahr mit unseren wunderbaren Kindern.


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