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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Wege zu einer erfüllten partnerschaftlichen Sexualität

Hilfe, ich habe keinen Sex mehr!

So klagen viele Menschen, aber sie sind damit nicht allein, denn die Gestaltung der Sexualität hat seit der Entdeckung sicherer Kontrazeptiva einen menschheitsgeschichtlich fundamentalen Wandel erfahren. Gab es bis zur Erfindung der "Pille" bei jedem Geschlechtsverkehr die Möglichkeit der Fortpflanzung, so verwandelte sich mit deren Erfindung die Sexualität in eine freie, eine "soziale Sexualität". Ein Bild von Sexualität als Ausdrucksform menschlicher Kommunikation rückte in den Vordergrund. Hatte sich bis dahin die sexuelle Lust miteinander insbesondere durch Schwangerschaft bzw. Vermeiden von Schwangerschaft reguliert, wurde sie plötzlich zu einem "Gut per se" in einer Partnerschaft.

Da viele Menschen in der Gestaltung dieses Wertes völlig unerfahren sind, orientieren sie sich an Aufklärungsfilmen und Literatur. Dabei besteht die Gefahr, dass Menschen sich mit Phantasiemodellen von dem Mann, der immer kann, und der hoch erotischen, geilen Frau in Video und Werbung messen. Und da sie bei den Vorgaben solcher Männer und Frauen nicht mithalten können, verschwindet für viele die Lust, der Appetit am Sex. Ein weiterer Lusthemmer ist die Koppelung von Sexualität und Orgasmus. Durch diese Verbindung ist unbemerkt Sexualität zu einem "Leistungssport" verkommen. Die Seele wehrt sich gegen diesen Leistungsdruck mit Erektionsschwäche, Lustlosigkeit, sexueller Gefühlsarmut und Ängsten.

Schließlich besteht die Gefahr, dass Sexualität zu einem einforderbaren Konsumgut in einer Partnerschaft degradiert wird bzw. lautlos schwindet.

Sexualität, ein Lernprozeß sozialer Kommunikation

Grundsätzlich läßt sich feststellen, dass Einstellungen zur Sexualität und zu ihrer Gestaltung, wie auch andere menschliche Haltungen und Fähigkeiten, im Laufe des Lebens erworben werden. Menschen unterliegen einem "lebenslangen Lernprozeß" und entwickeln ihre Persönlichkeit in der Lebensspanne.

So beginnt auch der sexuelle Lern- und Entwicklungsprozeß schon lange vor der Pubertät. Und der Mensch kann im Laufe seines Lebens immer neue Fähigkeiten für eine befriedigende Gestaltung der Sexualität dazugewinnen. Die meisten Menschen suchen die sexuelle Erfüllung in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft oder Ehe, wissen oft aber nicht, dass sie, nach einer Zeit des Verliebtseins und einer sexuellen "Hoch-Zeit", für die Erfüllung ihrer sexuellen Lust auch "kämpfen" müssen. Dieses "Kämpfen" kann verschiedene Gesichter haben. Zum einen gilt es, sich ein Wissen um das Funktionieren des eigenen Körpers und den des Partners zu erwerben, um realistische Vorstellungen von den gegenseitigen sexuellen Interessen und Möglichkeiten zu entwickeln; zum anderen ist es wichtig, die eigene (sexuelle) Identität, das was sich jemand als "Mann sein" und als "Frau sein" vorstellt, auf gegenseitige Kompatibilität hin zu überprüfen. Das Überprüfen gilt auch den Inneren Leitbildern, um sich etwa vor Überforderung durch eine sexualisierte Werbung und Filmindustrie zu schützen.

Die wenigsten Partner klagen ausschließlich über sexuelle Funktionsstörungen, wie etwa Orgasmus- oder Erektionsstörungen, und sind ansonsten mit ihrem Miteinander zufrieden. Das bestätigen empirische Untersuchungen, die mit einem sehr hohen Grad der Korrelation einen Zusammenhang belegen zwischen der Zufriedenheit mit der Gestaltung der Sexualität und der Zufriedenheit in der Partnerschaft und umgekehrt.

Mit großen Schwierigkeiten verbunden scheint vielen das Sprechen über und das Benennen des sexuellen Miteinanders und seiner Probleme. Mann und Frau berühren sich, sie erleben ihre Lust, sie haben Wünsche, Sehnsüchte,- sind aber wie gelähmt, wenn sie darüber miteinander sprechen wollen oder in der Therapie es zum Thema machen wollen. Dadurch reiht sich ein Mißverständnis an das andere, mit der Folge, dass manche Paare kaum noch in der Lage sind, ihre Sexualität einigermaßen befriedigend miteinander zu gestalten.

Etikettierende Worte aus der Sexualmedizin wie "Anorgasmie", "Impotenz", "Frigidität" bergen in sich die Gefahr der leeren Worthülsen. Aus einem lebendigen Prozeß zwischen zwei Menschen wird ein "Ding", ein "Gegenstand", oftmals etwas "Pathologisches". Aber eine Sexualstörung sollte nie losgelöst von der Person und von dem Zusammenhang, in dem sie auftritt, gesehen werden. Deshalb wird in der Integrativen Paartherapie auch nicht von der "Sexuellen Funktionsstörung eines Menschen" gesprochen, sondern immer vom "Gestörten Sexualverhalten zweier Personen". Und diese Störung will als ein Phänomen in seinem Sinn (!), in seinem Ausdruck verstanden werden.

Betrachtet man die Gestaltung der Sexualität als einen Lernprozeß, so gilt es auch zu definieren, was denn gelernt werden soll. In aller Vorläufigkeit wird die Entwicklung einer "sozialen Sexualität" als ein persönlicher Reifungs- und Wachstumsprozeß mit folgenden Zielen verstanden:

  • die Partner sollen befähigt werden, sich über ihr sexuelles Erleben, ihre Vorstellungen und Wünsche miteinander auszutauschen;
  • die Verengung der Gestaltung von Sexualität ausschließlich auf die Geschlechtsorgane soll zugunsten eines Einbezuges des gesamten Körpers, mit Leib und Seele, geweitet werden;
  • die Überbetonung des Orgasmus, das Reden von einem "Vor- und Nachspiel", soll sich entwickeln zu einer gleichberechtigten Vielfalt des sexuellen und des sinnlichen Miteinanders;
  • durch empathische Übungen sollen die Partner lernen, ihr Affektspektrum und dessen Ausdruck zu erweitern
  • die Partner sollen befähigt werden, die Gestaltung ihrer Sexualität als das je eigene und einmalige ihrer Kommunikation zu begreifen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.


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